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Chinesischer Schriftzug G.H.T.K.A.

独逸白鶴手拳法古武術協会

doitsu hakuchuu ti kenpo kobujutsu kyokai – G.H.T.K.A.

Aoyagi

⻘柳

Aoyagi / Seiryu

Glas

Dies ist eine moderne, aber interessante Form. Im Shitōryū 糸東流 heißt sie Àóyágí ⻘柳, im Shindō Jinenryū (神道自然流 dagegen Seiryū 青龍. Beide Namen verweisen auf einen blaugrünen Drachen, der Bestandteil der chinesischen Mythologie, aber auch als Flaggentier der Qīngcháo 清朝 fungiert. Àóyágí ist außerdem der Japanische Fächerahorn und der Name einer Samurai-Familie, die die Meiji Ishin (Goi(s)shin)明治維新 御維新/御一新 unbeschadet überlebte (man errinnere sich, daß es dem König von Ryūkyū nicht gelang, seine Macht und seinen Status zu erhalten, siehe auch 5 Leibwächter des Königs & ).

Die Kata wurde Anfang/Mitte der 1950er Jahre entwickelt/veröffentlich und stammt von Mabuni Kenwa 摩文仁賢和 in Zusammenarbeit mit Konishi Yasuhiro 小西康裕 und 植芝盛平. Sie soll für japanische Frauen konzipiert worden sein, die bei den staatlichen Eisenbahnen arbeiteten.

Sprachdetails

Àóyágí kommt aus dem Altjapanisch und wird im Man'yōshū 萬葉集 万葉集 zitiert. Es verbindet àó = grün, wie üppiges Pflanzenleben und yágí, Weide, eine kürzere zusammengesetzte Lesung für yánagi. Yánagi kann auch yōryū gelesen werden, was Trauerweide bedeutet, ryū ist in der chinesischen Astrologie eines der 28 Häuser, genauer das Sternbild „Weide“.

Àóyágí ist auch eine besondere Art von , betrifft die Textilfärbung aus dem frühen 18. Jahrhundert, kàsáné, „geschichtete Farbabstimmung für Kimonos“, bei der ein tiefes Blaugrün für die innere und äußere Schicht verwendet wird; alternativ Blaugrün für die äußere und Lila für die innere Schicht. bedeutet aber auch shū, was soviel wie angreifen, vorrücken auf ..., erfolgreich sein, erobern bedeutet.

Ich hoffe der letzte Absatz veranschaulich die Vielfältigkeit der japanischen Sprache (auch des Uchināguchi) und der versteckten, lautmalerischen Ausdrucksmöglichkeiten unter Zuhilfenahme chinesischer Schriftzeichen.

Technische Bemerkungen

Da diese Kata nicht alt ist, verwundert es nicht, daß man Elemente der Shihohai, Seienchin, Pinan findet. Was auffällig ist: die eindeutigen Bewegungen aus der Paipuren, welche selten so eindeutig in anderen Kata zu sehen sind.

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