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Chinesischer Schriftzug G.H.T.K.A.

独逸白鶴手拳法古武術協会

doitsu hakuchuu ti kenpo kobujutsu kyokai – G.H.T.K.A.

Kyushojutsu

急所術

Definition

Leitbahntafel in einer japanischen Ausgabe von Hua Shous Shisi jing fahui, Edo 1716

Kyushojutsu 急所術 bezeichnet die Kunst, Vitalpunkte am gegnerischen Körper zu dessen Nachteil zu stimulieren, bei diesen Vitalpunkten handelt es sich um die klassischen Punkte Shùxué der chinesischen Akupunktur. Diese Kunst geht soweit zurück, wie die Energielehre der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) alt ist.

Allgemeines

Die eigentliche Bezeichnung  Diǎnmài 點脈 kennt in den heutigen Zeiten des Kyusho-Konsumentenmarktes fast niemand. Es ranken sich unzählige Geschichten, Legenden, Mythen und Märchen um diese Kunst. Diese Märchen dienen nur der Steigerung der Seminarteilnehmer.

Das größte Märchen ist die Falschaussage, daß Kyushojutsu nur im Geheimen trainiert wurde. Wahrhaftige Kampfkunst wurde schon immer im "Privatem" trainiert, entweder innerhalb der Familie, eines Klosters oder eines ausgewählten Schülerkreises. Das kommerzielle Training ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Kyushojutsu war schon immer Bestandteil wahrhaftiger Kampfkunst - nicht nur in Asien, sondern nahezu überall auf der Welt. Das Alleinstellungsmerkmal der ostasiatischen Kampfkünste ist die ausgefeilte Energielehre dahinter. 

Von Schülern, welche ein angemessenes Niveau, in Zusammenhang mit charakterlicher Eignung erreicht hatten, wurde erwartet, daß sie nicht nur verletzen, sondern auch heilen konnten. Um diese Fähigkeiten zu erlangen, war ein profundes Wissen um den Energiekreislauf notwendig. Je größer dieses Wissen wurde, desto größer wurde die Fähigkeit zu heilen, aber im Gleichklang auch die Fähigkeit den Energiekreislauf zum Nachteil eines Gegners zu beeinflußen. Es war Aufgaben des Schülers diese nachteilige Beeinflußung in die erlernte(n) Form(en) seiner Schule zu integrieren. 

Die alten Meister haben diese Beeinflußung nie verborgen, sondern durchaus offensichtlich angewandt bzw. demonstriert - offensichtlich aber nur für Denjenigen, der über entsprechendes Wissen verfügte. Dies erweckte den Anschein des "Geheimen". Eine Vielzahl von Vitalpunkten, wie z.B.: Bǎihuì 百會, Tiāntū 天突, Sīzhúkōng 絲竹空, Jíquán 極泉, Qūchí 曲池, etc., etc., sind oder waren aufgrund der Kampferfahrung, kulturübergreifend bekannt. Selbst in meiner Jugend in der (von der Welt ziemlich isolierten) DDR sind wir während des Trainings auf genügend Punkte und deren richtige Stimulation gestoßen und konnten durch Analyse der Kata, diese durchaus präzisieren. Wir kannten also gewisse Punkte, hatten aber nicht die leiseste Ahnung vom Lauf des Qi.

Persönliche Bewertung

Ich finde den derzeitigen "Hype" um das Kyushojutsu für absolute lächerlich, da man wiedereinmal "Eskimos ein Kühlschrank verkauft". Ich finde es bedenklich, da die Alten Meister ihre guten und bewährten Gründe hatten, das Wissen nur an würdige Schüler weiterzugeben und nicht jedem Deppen, wie diese g...verfl...te, naive und schwachsinnige, amerikanische Denk- und Handlungsweise, jedem Idioten Waffen zu verkaufen, damit es weniger Tote gibt, weil alle bewaffnet sind (die größeren Idioten kaufen größere Waffen und die größten Idioten benutzen sie).

Das kostenpflichtige Erlernen von Vitalpunktstimulation, ohne ausreichendes Wissen vom Qifluß, ersetzt keine Kampfkunst und erzeugt eine Menge "bewaffneter Idioten".

Der Mythos vom verzögerten Tod ist nicht grundlegend mythisch. Die destruktive bzw. permanent destruktive Stimulation von Shùxué hat einen unnatürlichen Verlust des Shènqi zur Folge und führt unweigerlich zu späteren, gesundheitlichen Beeinträchtigungen und verkürzt unter Umständen auch das Leben.

Kurzer geschichtlicher Abriß

Wurzeln

Die Kenntnis von Shùxué ist direktes ergebnis der TCM deren historische Quelle bis in die Shāngcháo 商朝 (Shangdynastie [1800-1100 v.C.]) zurückgehen. ich persönlich glaube, daß die chinesische Ansicht all diese Lehren gingen auf die Zeit von Huáng Dì 黃帝, den "Gelben Kaiser" [2696-2598 v.C.] zurück, nicht aus der Luft gegriffen sind, eher noch, daß sie einige tausend Jahre Älter sind, jedoch weniger präzise. Indische, persische, ja sogar griechische Einflüße sind nicht von der Hand zu weisen, so daß man locker bei 4000 v.C. ansetzen kann.

Neuzeit

Viele Kyusho-Experten berufen oder beziehen sich auf George Dillman und behaupten fälschlicher Weise, dieser hätte das geheime Wissen um die Vitalpunkte wiederentdeckt. Dies ist wie wir auch aus dem obigen Text erkennen können, so nicht korrekt und eine schöne Legende.

Alles heute existierende kommerzielle Kyushojutsu kommt von Oyata Seiyū 親田清勇. Er brachte diesen Aspekt des okinawanischen Karate in die amerikanische Kampfkunstszene und damit in die Öffentlichkeit. Auch Dillman lernte bei Oyata. Fast jeder der im Kyushotrend mitmischt ist Schüler eines Schülers von Oyata oder Dillman, mit wenigen aber umso beeindruckenden Ausnahmen. Erwähnenswert, und ich möchte mich bei allen hier nichtgenannten entschuldigen, ist natürlich Erle Montaigue und mir persönlich bekannt: Soke H.W. Köhnen und Dr. W. Hufnagl. Während Soke diesen Aspekt schon seit Jahrzehnten unterrichtet, hat Wolfgang diesen Teil der Kampfkunst (in echter chinesischer oder auch okin. Tradition) bisher an niemanden vollständig weitergegeben.

Wie dem auch sei "America is business" und "Business most grow".

Drücken oder Schlagen?

Sehr häufig wird von Druckpunkten gesprochen, dies ist weder falsch noch richtig. Es gibt verschiedene Arten der Stimulation, welche sich nach Art und Lage(Tiefe) des Punktes, der Tages- und auch Jahreszeit und der gewünschten Wirkung, richtet.

Es gibt folgende Stimulationen:

  1. Streichen(geringer Druck)
  2. Reiben(starker Druck)
  3. Greifen(geringer Druck)
  4. Pressen(starker Druck)
  5. Klopfen(geringer Impuls)
  6. Schlagen(starker Impuls)
  7. Wischen(berührungslos)

Die sechs ersten Methode gehen nahtlos ineinander über. Die letzte glaubte ich im Bereich des Mythos, bis es mir am eigenen Körper demonstriert wurde. Dabei erfolgt nur eine Qiübertragung auf den Gegner.

Was ist zu beachten?

Nicht jede Stimulationsmethode kann erfolgreich auf jeden Punkt angewandt werden. Die erforderliche Kraft ist meist aus der Tiefe des Punktes herzuleiten. Diese wird in jedem Akupunkturatlas in cùn , einer relative Maßeinheit (eigene Daumenbreite) angegeben. Häufig ist der Winkel entscheidend und wie schon erwähnt Tages- und Jahreszeit.

Die tatsächliche Kunst besteht in der Auswahl und Reihenfolge der Punkte anhand der Beziehung zwischen Yin & Yang und der 5 Elemente.

Bedenken

Bedenken kann man sich nicht leisten, wenn man Geld verdienen will/muß.

So sollte man wenigstens folgendes beachten:

  • Die erste Lehrstunde des Kyushojutsu ist die Wiederbelebung!
  • Die wiederholte Stimulation eines Punktes führt immer zu einem Ungleichgewicht des Qihaushaltes.
  • Die wiederholte Stimulation mehrere Punkte führt immer zu einem schädlichen Ungleichgewicht des Qihaushaltes der mit Abnahme des vorgeburtlichen Qireservoirs zu schwer- bzw. irreparablen Schädigungen führt.
  • Der "verzögerte Tod" ist kein Mythos, sondern sollte besser "zu früher Tod" genannt werden.
  • Man muß das Gleichgewicht des Qi stets wieder herstellen.
  • Es gibt Stimulationen, die der sofortigen oder kurzfristigen irreversiblen Tod zur Folge haben.
  • Wer Waffen an charakterlich oder geistig Unzulängliche weitergibt, kann selbst als charakterlich oder geistig unzulänglich bezeichnet werden.
  • Mit der Zeit und dem Verständnis, sollte sich Verantwortung einstellen.
  • Bei ca. 15% der Menschen ist die Wirkung zu schwach.
  • "Wenn die Kugel in Deine Richtung den Lauf verläßt, nützt Dir nur Glück, jedoch kein Kyushojutsu."

Regeln für den Umgang mit Druckpunkten

Personen, welche sich nicht an folgende Regeln halten, fügen sich, sowie anderen Menschen erheblichen Schaden zu und sind nicht als Kampfkünstler zu bezeichnen.

  • Die Druckpunkte von Menschen mit offensichtlichen gesundheitlichen Defiziten, ob chronischer oder akuter Natur sind tabu.
  • Die Druckpunkte von Menschen in therapeutischer (medikamentöser, physiologischer, psychischer) Behandlung, sowie von Menschen mit Suchterkrankungen jeglicher Art, sind tabu.
  • Gesundheitlich stabile Personen mit leichter chronischer Schwächung eines Organes, dürfen niemals auf dem Organ zugehörigen bzw. das Organ affektierenden Punkten angegriffen werden. (Beispiel: leichte Herzrhytnmusstörungen von Geburt an > der Herzmeridian und alle das Herz affektierende Punkte sind tabu.)
  • Druckpunkte, welche laut Meridianuhr eben aktiv sind, sind tabu.
  • Druckpunkte, welche durch Reibung oder festerem Druck stimuliert wurden, müssen nach der Anwendung wiederhergstellt bzw. beruhigt werden. (Ohne Kenntnis der einfachen Wiederherstellung oder Beruhigung, kann kein Kyushojutsu geübt werden.)
  • Druckpunkte, welche durch Schlag/Stoß oder starken Druck stimuliert wurden, müssen sofort wiederhergestellt/beruhigt werden. Die stimulierte Person darf erst nach 20 Minuten mit normalem Training (ohne weitere starke Stimulation)) fortfahren.
  • Personen, welche durch Druckpunktstimulation, gleich welcher Art, einen Blutdruckabfall, Schwäche, Schwindel, Orientierungslosigkeit, starken Schmerz erleiden, müssen mindestens 20 Minuten lang, unter Beobachtung ruhig sitzen.
  • ersonen, welche durch Druckpunktstimulation, gleich welcher Art, eine Ohnmacht erleiden dürfen 24 Stunden lang nicht exzessiv trainieren und 8 Tage lang keine weitere starke Stimulation erfahren.
  • Pro Woche sollten maximal 45 Minuten insgesamt auf das aktive Kyushojutsu verwendet werden.
  • Dauerhaftes Üben von Kyushojutsu erfordert unbedingt ein begleitendes Qigong.
  • Es werden niemals mehr als 2 Druckpunkte hintereinander stark stimuliert und müssen sofort wiederhergestellt werden.
  • Das Üben von Druckpunktfolgen ist grundsätzlich nur zu simulieren oder mit minimaler Intensität durchzuführen.

Absolut wichtig !!!

Commotio Cordis

Als Commotio Cordis oder „Herzerschütterung“ werden stumpfe Herzverletzungen bezeichnet, die nur zu vorübergehenden Funktionsstörungen ohne sichtbare Veränderungen führen. Herzrhythmusstörungen sind häufig, aber meist nicht behandlungsbedürftig. In einigen Fällen allerdings kann eine in der vulnerablen Phase einfallende Extrasystole tödliches Kammerflimmern auslösen. Während diese mögliche Ursache eines plötzlichen Herztodes viele Jahre für extrem selten gehalten wurde, geht man heute insbesondere bei Jungen im Alter von 5 bis 18 Jahren von einer der Hauptursachen plötzlicher Todesfälle aus.

Contusio Cordis

Die Contusio Cordis oder „Herzprellung“ kann zu Einblutungen in den Herzmuskel (Myokard) und selten zu einer Perikardtamponade führen, welche ohne sofortige Behandlung tödlich verlaufen kann. Herzrhythmusstörungen sind häufig.

Compressio Cordis

Bei der Compressio Cordis oder „Herzquetschung“ kommt es zu Einblutungen in Myokard und evtl. auch das Perikard. Durch die plötzliche Drucksteigerung im Herzen kann es zum Abriss von Teilen der Herzklappen und Papillarmuskeln sowie zur Ruptur der Herzwand oder der Aorta und einem dadurch tödlichen Verlauf kommen. Quelle Wikipedia

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