Meine Philosophie
Alles ist Eins

Zugegeben, diese Erkenntnis hatte ich nicht als Erster, doch im Laufe der Jahre unterscheidet man doch deutlich, wer eine Phrase drischt und wer etwas kapiert hat. Das Verhältnis dieser beiden Kategorien liegt ca. bei 10/1. Nun aber weiter im Texte. Die ernsthafte Erkenntnis das Alles, aber auch wirklich alles miteinander verbunden und verwoben ist und weiternoch das alles aus dem selben Ursprung und auch wieder dahin zurückfließt, ist grundlegend. Jeder hat in der Schule ein einfaches Schema gelernt Nichts > Urknall > Universum, aber wieviele behalten selbst diese simple Form im Alltag im Hinterkopf? Das Leben ändert sich, wenn man sich täglich vor Augen hält, wie tiefgreifend die einfache Aussage ist: "Alles ist entstanden aus dem Nichts, alles geht zuseinem Ursprung zurück." Tausende Jahre in fast jeder Kultur bekannt und gelebt, vom 13. Jahrhundert an systematisch aus den Kulturen ausgetrieben und durch Alibireligionen ersetzt, verlieren wir jeglichen Sinn für Entstehen und Vergehen, verlieren wir das Gefühl vom Kreis, vom unserem Platz in diesem Kreis, wir denken in Schubladen, Kategorien oder in Schwarz und Weiß. Dabei ist Schwarz weiß und Weiß ist schwarz. Unser cerebraler Blumenkohl
will davon aber nichts wissen, wir streben nach Vermeintlichem, vermeintlichem Glück, vermeintlichem Erfolg, vermeintlichem Reichtum, Macht etc. pp. Doch alles ange- und erstrebte beinhaltet seine Kehrseite meist gleichzeitig, oft nachfolgend. Erfolg, Reichtum, Macht erzeugen gleichzeitig Mißerfolg, Armut, Unterdrückung anderer Menschen, vermeintliches Glück wird nicht selten von vermeintlichem Unglück verfolgt. Alles ist eins - untrennbar. Siehe Laotzi - DaoDejing, Vers 2.
Meine Sicht der Kampfkunst widerspiegelt, diese grundlegendste meiner Lebensmaxime. Ich kann auch nicht verstehen, wenn man sagt: "das ist Aikido, jenes ist Matsubayashiryukaratedo und folgendes ist Yongchunquan. Wir Menschen müssen alles kategorisieren, katalogisieren, anstatt einen Schritt zurückzutreten und das Gesamtkunstwerk auf uns wirken zu lassen, sehen wir nur blaue, rote, grüne Pixel. Würdest Du dieses Bild, welches Dein Rechner gerade anzeigt, nach den gängigen Prinzipien ordnen, was würdest Du sehen? - Drei Streifen, rot grün blau. Damit dieses Bild aber so ist, wie es ist hat jedes Pixel seinen Platz, ein vermeintliches Chaos, mit genügend Abstand betrachtet, erkennt man die Ordnung. Auch wenn sich die Darstellungstechnik schon geändert hat, das Prinzip bleibt gleich: je näher man kommt, desto mehr verliert das Gesamtbild seine Ordnung und verschwimmt. Das gilt für jegliches System, also für jegliche Ordnung und für jegliches Chaos, das Eine beinhaltet das Andere. Wie es uns persönlich erscheint, liegt einzig an der Rechenleistung unseres cerebralen Blumenkopfes.
Warum schreib ich das alles hier? Warum behalte ich nicht meinen Senf für mich? - Nun, ich werde manchmal gefragt, warum A so ist und B passiert und XY nicht anders sein könnten. Wenn ich dann sage "alles ist eins", fällt die Antwort damit wohl zu kurz aus, fang ich an den Urschleim
umzurühren, werde ich ebenfalls entgeistert angeschaut. Deshalb betrachte ich diese Seite wie eine "Birthday-Reminder-App" - Verzeihung diese Anfälle kommen und gehen - sie soll jedem der möchte, gewisse Dinge ins Gedächtnis rufen.